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Deutschsprachige Programme auf den Kanaren erhalten keine Lizenz
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Deutschsprachige Programme auf den Kanaren erhalten keine Lizenz


Die kanarische Regionalregierung hatte insgesamt 156 UKW-Frequenzen auf den Inseln ausgeschrieben. Bisher gab es kein richtiges Lizenzierungsverfahren für Radiosender auf den Kanaren, so sendeten wie vielerorts in Spanien Sender auf Basis einer Art Duldungs- oder Gewohnheitsrecht. Auf die Ausschreibung hin, gingen 694 Anträge von 90 Firmen ein. Die Vergabe erfolgte nach den Kritierien Programm, Wirtschaftlichkeit, technische Aspekte und Arbeitsplätze. Keine Lizenzen gab es für die zahlreichen fremdsprachigen Radioprogramme, die im Laufe der letzten Jahrzehnte auf den Kanaren für die dort lebenden Residenten entstanden sind. Dazu zählen auch die deutschsprachigen Programme Megawelle und Express FM auf Teneriffa.



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Gewinner der Vergaberunde ist das Lokalradio 7.7 Radio, das 32 Frequenzen erhält und zum Regionalsender aufsteigt. 29 Frequenzen gehen an den spanienweit aktiven Musiksender Kiss FM, der bisher nicht auf der Inselgruppe präsent war. 16 Frequenzen erhält der Präsident des Fußballklubs CD Teneriffa und Betreiber des TV-Senders Canal 4, Miguel Concepcíon. Faycan Radio aus Gran Canaria bekommt 11 Frequenzen und ist damit künftig auf den ganzen Kanaren aktiv. Weitere Frequenzen, allerdings in dünner besiedelten Regionen, erhalten Canal 9 Las Arenas (7) und Onda 7 (6), Die Verlagsgruppe Prensa Canaria (Zeitung La Provincia u.a.) kann auf sechs UKW-Frequenzen senden und versorgt so alle Inselhauptstädte. Weitere Frequenzpakete gingen an Onda CIT (6), RK20 (5), Radio Canarias (4), Radio Lancelot (4), das spanische Network Punto Radio (3) und Radio Sintonia (3). Für die Sendergruppe der katholischen Bischofskonferenz in Spanien, COPE, gab es 5 Lizenzen, u.a. in Santa Cruz.

Die beiden großen spanischen Mediengruppen Cadena SER (nur 2 Lizenzen) und Onda Cero (keine) zählen zu den Verlierern der Lizenzentscheidung. Auch viele Regionalsender können nicht weiter senden. Dazu kommen unzählige Lokalsender, die kaum Berücksichtigung fanden. Diese Lokalradios senden teilweise 20 und mehr Jahre.  Künftig drohen hohe Geldbußen für Sender, die ohne gültige Lizenz auf Sendung bleiben. Gegen die Entscheidung laufen noch diverse Einsprüche und Klagen. Mehrere Antragssteller wurden wegen zu später Abgabe der Bewerbungsunterlagen durch die von ihnen beauftragte Großkanzlei ausgeschlossen.

Veröffentlicht von Tom Sprenger am 14.06.2011

 

Kommentare
Am Freitag, 1.Jul 2011, 10:52 schrieb Das Neue Annehmen
Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird! Auch auf den Kanaren kocht Wasser nur bei 100 Grad. Sobald die "spanischen" Sender bemerken, dass sie bestimmte Hörergruppen bedienen können sobald sie fremdsprachig (deutsch) senden, werden sie diese Marktlücke erkennen und angemessen füllen.

Im übrigen wird doch niemand daran gehindert, Radio und TV über Internet oder Satellit zu empfangen! Millionen Menschen haben vor 10-20 Jahren "Telefon-Modems" für 50-300 DM gekauft, die inzwischen völlig veraltet sind und längst am Schrott liegen, weil jeder DSL oder WLAN nutzt. Worauf basiert der Wunsch, Radio *ausschließlich* über althergebrachte UKW-Radios (alte, analoge Technik schlechter Bandbreiteneffizienz) empfangen zu wollen?
Am Sonntag, 19.Jun 2011, 21:27 schrieb Hans-Georg Scholz
Zukünftig wird es also auf den Kanaren keine deutschsprachigen Sender mehr geben. Die Informationen der Residenten und Urlauber, die Hörer von RADIO MEGAWELE und EXPRESS FM waren, werden nun ihrer Informationsquelle beraubt. Nachrichten von der Insel und Weltnachrichten sowie Veranstaltungshinweise,Kirchennachrichten und vieles mehr wird es zukünftig nicht mehr geben. Warum? Keiner kann sich einen Reim darauf machen, warum nur spanische Antragsteller den Zuschlag erhalten haben. Ist das die Presse- und Informationsfreiheit der Zukunft? Unwillkürlich muss ich daran denken, was die Grundlagen der Vergabe waren, will man alles in spanischer Hand behalten ?

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